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News

Bericht: Brücken bauen für mehr Toleranz

19/03/2018
Artikel über den Abraham-Pokal im Mannheimer Morgen (Auszug):
 
120 Mannheimer und Ludwigshafener Schüler gestalten das Eröffnungsfest bei der Woche der Brüderlichkeit
 
Brücken bauen für mehr Toleranz
 
Die Eröffnung zur Woche der Brüderlichkeit ist für die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Rhein-Neckar ein wichtiger Termin. Schließlich wird an diesem Tag auch der Abraham-Pokal überreicht. Gestern haben mehr als 300 Besucher an der feierlichen Zeremonie im Jüdischen Gemeindezentrum teilgenommen. Im vergangenen Jahr waren das Moll-Gymnasium in Mannheim sowie die Karolina-Burger-Realschule plus die auserwählten Abraham-Schulen. Gemeinsam mit der Mannheimer Karl-von-Drais-Schule sowie der Integrierten Gesamtschule Ludwigshafen-Gartenstadt gestalteten sie das Programm der Eröffnungsfeier.
Pokal als Verpflichtung
Der Pokal „Abraham – Vater des Glaubens“, soll unter anderem die einende Basis der drei Weltreligionen symbolisieren. Kreiert wurde er von der inzwischen verstorbenen Künstlerin Waltraud Suckow. Das Besondere am Abraham-Pokal sei, dass die Schulen diese Auszeichnung nicht für vergangene Leistung erhalten, betont Manfred Froese, evangelischer Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Rhein-Neckar. „Es ist eine Selbstverpflichtung der Schulgemeinschaft“, sagt er. „Es ist toll, wie die Schulen sich entwickeln und welche Ideen sie haben.“ Der Gedanke ist, dass die Schüler Projekte auf die Beine stellen zu Themen wie Toleranz, Antisemitismus, Rassismus, aber auch andere Religionen.
Bevor die Schulen die Wanderpokale an die Nachfolger überreichten, präsentierten sie einen Querschnitt der vergangenen Projekte. Passend zum aktuellen Motto der Woche der Brüderlichkeit „Ängste überwinden – Brücken bauen“ haben die Chöre und Instrumentalisten der 6. Bis 12. Klasse vom Moll-Gymnasium sich dem Thema gesanglich genähert. Sie sangen das israelische Lied „Hine Ma Tov“, das türkische „Hicaz ilahi“ und „Wagt euch zu neuen Ufern“ – um musikalisch Brücken des Glaubens zu bauen.
Theater und Artistik
 
Mit ihrem Theaterstück „Die wahre Aktion“ unter der Leitung von Matthias Müller erörterten die Schüler, welche Aktion von „Augen öffnen“ über „Im Dialog sein“ bis zu „Gedenken erhalten“ am wichtigsten sei, um Toleranz und Authentizität zu verbreiten. Ihr Kunstprojekt „What do we stand for?“ („Wofür stehen wir“) zeigte mit Artistik, Zitaten von bedeuteten Persönlichkeiten und Audiokommentaren, in welchen Situationen und Lebensbereichen der Mensch sich bewegt – und welche Konsequenzen daraus entstehen. Auch die drei Säulen der Welt, Gerechtigkeit, Wahrheit und Frieden, haben die Schüler künstlerisch aufbereitet.
Auch die Schüler der Karolina-Burger-Realschule plus haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Aktionen auf die Beine gestellt. Bei ihrer Präsentation „Symboltürme“ bauten sie aus großen Kisten Bauwerke, die die Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam symbolisieren sollten. Gleichzeitig stellten sie das Zitat „Nun gehe hin und lerne“ mit gestapelten Würfeln dar. Außerdem beschäftigten sie sich mit Stolpersteinen und reinigten sie, damit man sie nicht mehr so leicht übersieht.
Die aktuellen Schulen im Abraham-Jahr hatten ebenfalls Darbietungen vorbereitet. So zeigte die achte Klasse der Karl-von-Drais-Schule mit der Spielszene „Overcoming fear“ („Angst überwinden“), wie man mit Ängsten umgehen kann. Die Schulband interpretierte „Where ist the love“ von den Black Eyed Peas – mit selbst geschriebenem deutschen Rap. Lehrerin Nadine Strifler kündigte an, welche Projekte sie planen: Gedenkstätten besuchen, mit Zeitzeugen sprechen sowie ein Kunstobjekt. Laura Weber, Schülersprecherin der Integrierten Gesamtschule Ludwigshafen-Gartenstadt, verriet, dass bei ihnen unter anderem Besuche in Gotteshäusern auf dem Plan stehen und sie erreichen wollen, dass sie eine Schule ohne Rassismus werden. „Darauf arbeiten wir schon lange hin.“
Grußworte gab es auch von Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz sowie seiner Ludwigshafener Amtskollegin Jutta Steinruck. Kurz bedankte sich für das Engagement der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Beide Stadtoberhäupter fanden lobende Worte für das Motto der Woche.
(cap)
 
Mehr unter: https://www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-mannheim-bruecken-bauen-fuer-mehr-toleranz-_arid,1213912.html
Letzte Änderung am Dienstag, 20 März 2018 08:47
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